Eingewöhnung

Übergänge (Transitionen) eines Kindes im Bildungsverlauf sind der Übergang von der Kinderkrippengruppe oder Familie in die Tageseinrichtung und später der Übergang in die Grundschule. Das Kind lernt dabei starke Emotionen und Veränderungen zu bewältigen und neue Kompetenzen zu erwerben. Es wird ihm bewusst, dass sich die Identität durch neuen Status ändert und kann dadurch neue Beziehungen und Rollen aufnehmen sowie die bisherige Rolle verändern oder den Verlust bestehender Beziehungen verarbeiten. Das Kind lernt, sich mit den Unterschieden der Lebensräume auseinandersetzen. Gegebenenfalls muss ein Kind weitere Übergänge zugleich bewältigen (z.B. Trennung der Eltern, Wiedereintritt der Mutter in das Erwerbsleben, Geburt eines Geschwisterchens).
Daher erfordert die Gestaltung der Übergänge Vorbereitung und individuelle Begleitung

Für das Kind bedeutet der Besuch einer Kindergartengruppe, sich in einer ihm fremden Welt, in fremden Räumen und mit mehreren fremden Menschen zurechtfinden zu müssen und auch für die Eltern kann dieser Ablöseprozess etwas Neues und Fremdes sein, was möglicherweise mit Unsicherheit behaftet ist und deshalb gut geplant sein will.
Um die Trennungssituation von der Familie gut zu gestalten und das Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen ist mit der Eingewöhnung ein stufenweiser Einstieg in die Kindergartengruppe notwendig. Auch ein Kind, das bereits die Kinderkrippengruppe besucht hat, braucht diese begleitete Eingewöhnung mit den Eltern. Diese Eingewöhnung erfolgt mit einer vertrauten familiären Person und erstreckt sich über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Wir führen die Eingewöhnung in Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell und nach den „Standards zur individuellen Eingewöhnung von Kindern in Tageseinrichtungen der Stadt Reutlingen“ durch, das sich für einen guten Kindergartenstart von Kind und Eltern bewährt hat. Während der gesamten Eingewöhnungszeit werden die vertraute familiäre Person und das Kind begleitet. Absprachen und Gespräche geben den Eltern Orientierung und Sicherheit in dieser Phase.
Die Eingewöhnung dauert so lange, bis das Kind die gebuchte Öffnungszeit alleine ohne familiäre Bezugsperson bewältigt.